|  | |
|
|  |
|
 |  |  |
Mein lieber Vater arbeitete unter anderem als Betriebsleiter in einem Kieswerk an der Weser und hat da besondere Steine gesammelt und geschliffen. Dadurch wurde mein Interesse geweckt und mit 25 Jahren habe ich angefangen Edelsteine zu schleifen. Dazu kam der Wunsch Steine fassen zu können und ich begann 5 Jahre später aus Fachliteratur autodidaktisch mir die Techniken anzueignen. Da ich in Helmarshausen wohne und wir ein berühmtes Kloster hatten, wo der bekannte Rogerus von Helmarshausen tätig war, habe ich mich mit seinen Arbeiten und seinem Buch "De Diversis Artibus" auseinander gesetzt. Für mich ist die Beschäftigung mit den alten Kulturen und ihren Kunstformen mehr als nur ein nachgearbeitetes Kunstwerk. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht alte Techniken wieder neu zu entdecken und zu verwirklichen.
HNA Mittwoch, 24. August 2005
Helmarshausen. Goldener Glanz, funkelnde Edelsteine und zwei Jahre feinster Handarbeit: Überrascht und sehr beeindruckt waren die Besucher des Heimatvereins in Helmarshausen am Wochenende. Zum Tag der offenen Tür im Rahmen des Altstadtfestes zeigte Guido Graeff aus Helmarshausen zwei ganz besondere Stücke: Ein Reliquienkreuz sowie ein Scheibenkreuz, entstanden nach den Vorlagen der mittelalterlichen Goldschmiedekunst des Helmarshäuser Klosters. Mit einem wohl einzigartigen handwerklichen Geschick stellte Guido Graeff die beiden faszinierenden Arbeiten her, alle Handwerkstechniken brachte sich der Helmarshäuser selbst bei. Das berühmte Lehrbuch des Rogerus von Helmarshausen über die Künste, in den zum Beispiel Anleitungen für Goldschmiede- und Buchkunst gegeben werden, diente dem Hobby Künstler als Vorbild und Gebrauchsanweisung. Selbst die Handwerkzeuge musste Graeff in Eigenarbeit herstellen. Zum Beispiel die Pfeile, mit der kleinste Kügelchen aus Draht gefertigt werden. Tausende dieser filigranen Perlen zieren die beiden Kreuze, jede davon ist von Hand gefertigt. Um die winzigen Perlen auf den Untergrund aufzubringen, musste Graeff ebenfalls eine besondere Technik erlernen: Aus einem Kupferstein stellt er nach alten Anleitungen Goldleim her, mit dem die Kügelchen angelötet werden. Mit der heutigen Technik kann man die Silber- Perlen nicht anlöten, sagt Graeff, die winzigen Perlen würden schmelzen. Jahrelang hat der Helmarshäuser experimentiert und in alten Büchern gelesen, um sich diese Techniken anzueignen. Das Original des Reliquienkreuzes, das Enger-Herforder Goldkreuz, entstand um 1100 in der Werkstatt des Rogerus von Helmarshausen. Nach Bildvorlagen baute Guido Graeff in zweijähriger feinster Handarbeit das Rogeruskreuz nach, dessen Original heute im Kunstgewerbemuseum der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin zu sehen ist. Den Holzkern des Kreuzes verkleidete Graeff mit Goldblech und besetzte es mit Edelsteinen wie Rosenquarz, Mondstein oder Aquamarin. In der Mitte des Kreuzes sitzt ein nach karolingischem Kristallschnitt gravierter Bergkristall mit Engelsgravur. Und am unteren Rand befindet sich eine römische Gemme, ein Kopf, aus zweilagigem austalischem Hematit geschnitzt. Ebenfalls zwei Jahre beeindruckender Handarbeit benötigte Graeff für das Scheibenkreuz. Es entstand in Anlehnung an die Helmarshäuser Goldschmiedekunst des 11. und 12. Jarhunderds. Aus einer Messingplatte sägte Graeff die feinen Motive aus und nietete Silberplättchen auf dieses Grundgerüst. Anschließend brachte er hunderte der handgefertigten filigranen Silberperlen auf, dann wurde das Kreuz vergoldet, Handgefertigte Emailplatten mit Sternbildern sowie geschliffenen Bergkristalle Edelopale, Feuerachate, sternsaphir und Rubine und andere Edelsteine zieren das Scheibenkreuz. Auf der Rückseite wurden von Graeff außerdem verschiedene Sternbilder eingraviert, Da nahm auch Wolfgang Frohmüller vom Helmarshäuser Heimatverein die Anregungen der Besucher dankend an, die beiden Arbeiten von Guido Graeff im nächsten Jahr in Rahmen der Canossa-Ausstellung auszustellen.(ZMD) www.Goldleim.de
Guido Graeff Helmarshausen, Bad Karlshafen Copyright(c) 2007
|
|  |
|  |